Rudern im Skiff
In Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern darf wieder im Einer gerudert werden.
Der Deutsche Ruderverband begrüßt, dass mit Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die ersten Bundesländer auch im allgemeinen Vereinssport das Rudern im Einer ermöglichen. Sport ist ein wichtiger Beitrag für die physische und psychische Gesundheit und sollte auch auf dem Wasser ermöglicht werden.
Was sagt der Deutsche Ruderverband
DRV-Vorsitzender Siegfried Kaidel: „Im Einer kann der Infektionsschutz selbst unter Beachtung des besonderen Schutzes von Risikogruppen vollständig eingehalten werden. Wir waren als vereinsbezogener Sport durch die pauschale Sperrung der Vereine gegenüber kommerziellen Anbietern im Nachteil.“ Er ist überzeugt, dass die Vereine ähnlich sorgsam mit dem Zugang und der Bootsverteilung umgehen, wie es andere Lebensbereiche vorgemacht haben. Aus Sicht des DRV gelte es aber auch, umsichtig zu handeln und nicht jeden möglichen Interpretationsspielraum auszureizen. „Ein Vierer mit Familienmitgliedern mag regional gedanklich möglich sein. Solche Aktivitäten werfen uns aber zum jetzigen Zeitpunkt zurück, weil öffentlich ein Mannschaftssport wahrgenommen wird. Die Länder werden genau beobachten, wer Spielräume ausnutzt“, ist Kaidel überzeugt.
Der DRV wird weiter mit dem DOSB alles unternehmen, um die Öffnung der Vereine für das Einerrudern zu ermöglichen. Dazu liegt ein mit Prof. Dr. Jürgen Steinacker (Uni Ulm) abgestimmter Maßnahmenkatalog vor. Dieser ist ein Vorschlag des Fachverbandes, der in den Ländern nach den dortigen Vorschriften angepasst werden muss. Der DOSB bringt ihn für uns in die Sportministerkonferenz ein. In den Ländern kann er Grundlage für Vorstöße der LRV sein.
Veranstaltungen bis August abgesagt
Die vorsichtige Öffnung bestätigt den DRV aber auch in seiner Entscheidung, bis Mitte August alle Veranstaltungen abzusagen.
Man plant möglicherweise ab Herbst die Durchführung der bereits geplanten Veranstaltungen. Offen ist dabei die Bewertung, wann man zur Großveranstaltung wird. Die Grenze von 1000 Personen ist bereits bei einer mittelgroßen Regatta erreicht.
Was ist mit Wanderfahrten?
Bei Wanderfahrten stellt sich die Frage des Abstandsgebots bereits dann, wenn man im Mittel- oder Großboot rudert. Rowing in Europe GMBH Geschäftsführer Volker Fritz empfiehlt daher die lokalen Bestimmungen in den Europäischen Ländern abzuwarten. Grundsätzlich meint er: “ Wir sind mit 20-30 Personen zwar keine Grossveranstaltung, dennoch müssen wir auch bei Wanderfahrten Hygienekonzepte bereithalten. Vor dem Sommer sehe ich nicht dass Wanderfahrten durchgeführt werden“.
Siegfried Kaidel vom DRV: …. Sollte sich im Sommer zeigen, dass mehr Aktivitäten möglich sind, wird der DRV sicher auch Ende Oktober oder gar im November ein Format für den Leistungssport finden. Dies könnte eine „Kleinbootmeisterschaft“ nach regionalen Vorentscheidungen sein. „Aber dazu müssen wir erstmal die weitere Lage abwarten, denn die Gesundheitsvorsorge ist derzeit unser aller wichtigstes Ziel.“